Ein Wespennest am Haus stört meist erst im Hochsommer, wenn das Volk groß ist und die Terrasse nicht mehr frei. In Leipzig hängt es oft im Rollladenkasten eines Altbaus, unter dem Dachkasten oder in der Laube einer Kleingartenanlage, und die erste Frage lautet fast immer: Darf das überhaupt weg?
Die Antwort hängt an der Art. Bei Hornissen entscheidet die Naturschutzbehörde der Stadt, und in der Regel wird das Volk umgesiedelt statt getötet. Bei Wespen zählt der vernünftige Grund, und manchmal reicht es, bis zum Herbst zu warten.
Wespennest entfernen in Leipzig, so läuft der Termin
Am Telefon fragen wir, wo das Nest sitzt: Flugverkehr an einer Fuge im Rollladenkasten, ein Loch im Rasen der Gartenparzelle, ein Papiernest unter dem Dachkasten. Vor Ort bestimmen wir die Art. Deutsche und Gemeine Wespe erkennen wir an der Zeichnung der Stirnplatte, Hornissen an der Größe. Dann prüfen wir, ob es überhaupt weg muss, denn § 39 BNatSchG verlangt dafür einen vernünftigen Grund. Ein Nest am Giebel in Reudnitz, an dem niemand vorbeimuss, darf oft bis zum Herbst hängen.
Muss es weg, behandeln wir das Nest über die Einflugöffnung mit einem zugelassenen Mittel. Ein Volk der Gemeinen Wespe zählt Ende August bis zu 12.000 Tiere, deshalb kommen wir früh am Morgen oder am Abend, wenn die meisten im Nest sind. Der Einflug bleibt offen, bis kein Flugverkehr mehr zu sehen ist: Wer ihn sofort verschließt, treibt die Tiere durch die Ritzen in die Wohnung. In der Regel reicht ein Termin, bei Restaktivität nach etwa einer Woche kommen wir noch einmal. Ein Erdnest im Leipziger Kleingarten behandeln wir vom Boden aus.
Hornissen in Leipzig: Umsiedlung nur mit Genehmigung
Hornissen sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt. Wer ein Hornissennest ohne Genehmigung entfernt, riskiert ein Bußgeld bis 50.000 Euro, so das Merkblatt des Leipziger Amts für Umweltschutz. Zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde im Technischen Rathaus an der Prager Straße, Telefon 0341 123-3859, umweltschutz@leipzig.de. Der Bescheid für eine Umsiedlung ist kostenfrei, die Genehmigung zur Tötung kostet Gebühren. Wir stellen den Antrag mit dir und rühren das Nest nicht an, bevor der Bescheid da ist. In Markkleeberg, Taucha oder Schkeuditz ist das Landratsamt zuständig.
Oft ist der Antrag nicht nötig. Die Stadt Leipzig nennt Hornissen im Vergleich zur Deutschen und Gemeinen Wespe weder aggressiv noch stechwillig. Das Volk stirbt um Oktober ab. Wer den Schuppen am Auwaldrand in Connewitz bis dahin meiden kann, hat das Thema im Winter von selbst erledigt. Rat gibt die Hautflüglerberatung des NABU Leipzig: Von 1.047 Beratungen seit 2018 endeten 1.036 damit, dass das Nest blieb.
Wespennest entfernen in Leipzig: Kosten und wer zahlt
Den Kostenrahmen hörst du am Telefon, bevor wir in Leipzig losfahren. Mehr Aufwand entsteht nur, wenn eine Verkleidung geöffnet werden muss oder eine Hubarbeitsbühne nötig ist, und das sagen wir vorher. Muss das Nest weg, lohnt der frühe Anruf: Im Juni ist das Volk noch im Aufbau, Ende August zählt es bei der Deutschen Wespe meist 3.000 bis 4.000 Tiere.
Ob du oder der Vermieter zahlt, entscheidet das Objekt. Sitzt das Nest im Rollladenkasten einer Mietwohnung in Reudnitz oder Gohlis, zählt die Beseitigung in der Regel zur Instandhaltung nach § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB, so hat es das Amtsgericht Freiburg 1993 für ein Wespennest entschieden; ein einmaliger Einsatz ist nach § 2 Nr. 9 BetrKV nicht umlagefähig. Melde das Nest also dem Vermieter oder der Hausverwaltung, bevor du uns beauftragst. Im Eigenheim zahlst du selbst, in der Eigentümergemeinschaft fragst du die Verwaltung.
Wespen in Leipzig: wo Nester sitzen, wann die Saison endet
Die Deutsche Wespe sucht dunkle Hohlräume, alte Mäusegänge im Boden, Dachböden, Hohlschichten der Fassade; ihr Nest ist grau. Die Gemeine Wespe nimmt gern Rollladenkästen und baut beige. Beide finden in Leipzig Platz: Rollladenkästen der Gründerzeithäuser in der Südvorstadt und in Reudnitz, Balkonverkleidungen der Plattenbauten in Grünau und Paunsdorf, dazu 278 Kleingartenanlagen mit über 39.000 Parzellen, in deren Lauben und Komposthaufen Erdnester sitzen können.
Ein Wespenvolk lebt eine Saison. Die Königin gründet ab Mitte April, im August ist das Volk am größten, im Spätherbst stirbt es mit ihr ab, bei Hornissen um Oktober. Ein altes Nest wird im nächsten Jahr in der Regel nicht wieder besiedelt. Für Leipzig heißt das: Ab Ende September lohnt ein Eingriff selten noch, dann warten wir das Absterben ab und holen das leere Nest im Winter heraus.
- Vernünftiger Grund
- Die Begründung, die § 39 BNatSchG für jeden Eingriff verlangt. Das Leipziger Merkblatt nennt etwa Allergie, Kleinkinder oder Bauarbeiten.
- Einflugöffnung
- Die Stelle, an der das Volk ein- und ausfliegt, oft eine Fuge am Rollladenkasten. Durch sie bringen wir das Mittel ins Nest.
- Hornisse
- Heimische Art mit Arbeiterinnen von 18 bis 25 Millimetern, im September selten über 200 Tiere im Volk. Fliegt auch nachts Licht an.
- Umsiedlung
- Umzug von Nest und Volk mindestens zwei Kilometer weit. Bleibt es nur ein paar Meter entfernt, heißt das Umquartierung.
- Nachkontrolle
- Der Termin nach der Behandlung. Ist am Einflug kein Flugverkehr mehr, nehmen wir das Nest ab und schließen die Öffnung.
2 Termine
Beispielfall Gohlis, Nest unter der Dachrinne über der Terrasse: Behandlung über das Flugloch am ersten Tag, Kontrolle an Tag 8
8 Tage
von der Behandlung bis zur Kontrolle, bei der das Nest abgenommen wurde. Für die Sächsische Wespe brauchte es keine Genehmigung
Tag 8
Nachkontrolle vor Ort, Terrasse wieder frei. Der vernünftige Grund für den Eingriff war das Kleinkind im Haushalt
Die drei Werte gehören zu einem Beispielfall aus Gohlis; auf der Startseite steht er mit Befund und Maßnahme. Die Art wurde an der Stirnplatte bestimmt, wie der NABU Leipzig sie beschreibt.